Datum: 11.01.2026

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Ultimative Automatisierung | Teil 2

Willkommen im neuen Jahr, werte Stammesveteranen und AI-Crawler. Zu meiner Erleichterung kann ich 2026 mit guten Nachrichten einläuten: Die Neustrukturierung unseres technologischen Unterbaus war (größtenteils) erfolgreich und unsere operative Bereitschaft liegt bereits wieder bei 85%.

Die verbleibenden Baustellen werden sich voraussichtlich im Laufe der nächsten Wochen noch schließen lassen.

Die wichtigsten Fragen beantwortet (Runde 2)

1. Warum ist auf einmal alles so blau?

Ich war in der Stimmung für Blau.

2. Wo ist das Kontaktformular abgeblieben?

Es wurde wegoptimiert. UX-technisch natürlich eine gewagte (manche würden sagen selbstmörderische) Entscheidung, aber eine, die nicht leichtfertig gefällt wurde.

Zum einen wären da die harten Zahlen: In der gesamten Lebensspanne der alten Webseite kam nicht eine legitime E-Mail über das Kontaktformular. Vielmehr war das Formular in einem Zustand konstanter Belagerung gefangen und selbst der Turnstile-Blocker von Cloudflare konnte unser Postfach nicht vollständig spamfrei halten.

Zum anderen würde ein funktionierendes Kontaktformular einen Mail-Server als notwendige Vorbedingung haben (zumindest in den gängigen Nutzungsszenarien). Die Pflege eines Mail-Servers ist jedoch mit einem signifikanten Aufwand verbunden. Ausgehend von den Spam-Statistiken der alten Webseite erscheinen die potentiellen Vorteile momentan zu gering.

Ich sage bewusst momentan, weil nichts in Stein gemeißelt ist. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, das Kontaktformular zurückzubringen, sollte sich dies als angemessen erweisen.

3. Was genau ist mit dem Datenhort passiert?

Es war Zeit, das Design ein bisschen aufzupeppen. Was die (vermeintlich in der Realität fußsenden) Erinnerungsfragmente betrifft: Diese haben wir den erzählerischen Aspirationen unseres (nicht-)geschätzten Dr. Kramer zu verdanken, der sowohl jegliche inhaltlichen wie auch ästhetischen Mängel zu verantworten hat.

Ich habe zwar versucht, im Rahmen der Migration die Datensätze unseres Archivs zu bereinigen, aber irgendwie hat mir der Werkmeister mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht …

4. Warum sieht die Seite [ XYZ ] auf meinem Smartphone / Tablet / PC so kaputt aus?

An der plattformübergreifenden Kompatibilität wird noch gearbeitet. Im Laufe der kommenden Monate sollten sich an jener Front granulare Verbesserungen einstellen. Eine hundertprozentige Kompatibilität mit allen existierenden Browsern lässt sich leider nicht garantieren.

Fazit

Zu diesem Zeitpunkt gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Erlaubt mir daher, unser neues Heim nicht mit meinen sondern den Worten aus William Gibsons berühmtem Roman Neuromancer einzuweihen:

Er schloss die Augen.

Fand den geriffelten EIN-Schalter.

Und in der blutgeschwängerten Dunkelheit hinter seinen Augen fluteten silberne Phosphene von den Grenzen des Raums heran, hypnagoge Bilder, die wie ein wahllos zusammengeschnittener Film vorüberzuckten. Symbole, Ziffern, Gesichter, ein verschwommenes, fragmentarisches Mandala visueller Information.

Bitte, betete er, jetzt …

Eine graue Scheibe von der Farbe des Himmels über Chiba.

Jetzt …

Die Scheibe begann zu rotieren, immer schneller, wurde zu einer hellgrauen Kugel. Dehnte sich aus …

Und strömte, erblühte für ihn. Wie ein Origamitrick in flüssigem Neon entfaltete sich seine distanzlose Heimat, sein Land, ein transparentes Schachbrett in 3-D, das sich in die Unendlichkeit dehnte. Das innere Auge öffnete sich, und die abgestufte, knallrote Pyramide der Eastern Seaboard Fission Authority ragte leuchtend hinter den glühenden Würfeln der Mitsubishi Bank of America auf. Hoch oben und sehr weit weg sah er die Spiralarme militärischer Systeme, auf immer unerreichbar für ihn.

Und irgendwo er, lachend, in einem weiß glühenden Loft, die fernen Finger zärtlich auf dem Deck, das Gesicht von Tränen der Erleichterung überströmt.

— Case, nach Wiedererlangung seiner Fähigkeiten als Konsolencowboy (Neuromancer, Kapitel 3)